MPU Ablauf
MPU-Ablauf
Wie läuft eine MPU ab? Wenn Ihnen eine MPU bevorsteht, dann fragen Sie sich das sicherlich. Wir werden den MPU-Ablauf mit Ihnen im Detail durchgehen. Alle Schritte vom Delikt bis zu Ihrer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) werden genau beschrieben. Damit Sie in dem ganzen Prozess vom Delikt bis zur MPU, weder Zeit noch Geld verschwenden, müssen die einzelnen Schritte bis zur eigentlichen MPU genau koordiniert werden und die MPU-Fristen müssen eingehalten werden. Sollten Sie während des Prozesses die MPU-Fristen aus irgendwelchen Gründen (z. B. Krankheit, lange Wartezeiten auf den MPU-Termin etc.) nicht einhalten können, beantragen Sie rechtzeitig eine MPU-Fristverlängerung. Das ist oft möglich. Jeder möchte seine MPU-Kosten so gering wie möglich halten und nicht unnötig Zeit verlieren.
Jede MPU beginnt zunächst mit einem oder mehreren Delikten. Sobald sich abzeichnet, dass ein Verkehrsdelikt, eine Straftat oder ein Drogendelikt zu einer MPU führen könnte, sollten Sie eine professionelle Beratung in Anspruch nehmen. Oft stellt sich dann nämlich die Frage, ob Sie Abstinenz benötigen und wenn ja, für 6 oder 12 Monate. Diese Frage sollte möglichst schnell geklärt werden, um keine wertvolle Zeit zu verlieren. Auch die organisatorischen Schritte auf Ihrem Weg zur MPU können Fragen aufwerfen. Und nicht zuletzt fragen Sie sich sicherlich auch, wie Sie den Gutachter von Ihrer Fahreignung überzeugen können.
Solche und ähnliche Fragen kann man sich oft nicht so leicht selbst beantworten. Sie sollten mit einem erfahrenen Berater Ihre Fragen klären und sich den MPU-Ablauf sowie die MPU-Vorbereitung und alle anfallenden Kosten transparent erläutern lassen. Denken Sie daran, dass Sie die Kosten für Ihre MPU durch halbherzige Vorbereitung ganz schnell in die Höhe treiben können – nämlich dann, wenn Sie die MPU wiederholen müssen.
VOM DELIKT BIS ZUR ERFOLGREICHEN MPU
Haben Sie beispielweise unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln oder Alkohol am Straßenverkehr teilgenommen, haben Sie 8 oder mehr Punkte in Flensburg erreicht oder sich durch Straftaten auffällig gemacht? Dann drohen Führerscheinentzug und je nach Delikt die Anordnung einer Alkohol MPU, Drogen MPU, Punkte MPU oder Straftaten MPU.
Bei einer Drogen MPU sind Abstinenzbelege für mindestens 6 Monate (z. B. bei gelegentlichem Cannabiskonsum), in vielen Fällen sogar für 12 Monate zwingend erforderlich. In einigen Fällen wird auch der Verzicht auf Alkohol notwendig sein. Ob eine Alkoholabstinenz erforderlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab (beispielsweise von Ihrem Trinkverhalten in der Vergangenheit und von der Anzahl an aktenkundigen Trunkenheitsfahrten).
Wir prüfen im Einzelfall, ob Abstinenzbelege notwendig sind bzw. ob ein kontrolliertes Trinken möglich ist. Vereinbaren Sie gern ein kostenloses und unverbindliches Informationsgespräch mit uns. Sollten Abstinenzbelege für Ihre MPU wegen Alkohol oder wegen Drogen erforderlich sein, beginnen Sie ein anerkanntes Abstinenzkontrollprogramm. Wichtig ist, dass das Abstinenzkontrollprogramm die CTU-Kriterien erfüllt. Bei Ihrem Hausarzt können Sie kein Abstinenzkontrollprogramm absolvieren.
Die Zeit bis zu Ihrer MPU sollten Sie für eine fundierte MPU-Vorbereitung nutzen. Mit einer guten MPU-Vorbereitung erhöhen Sie Ihre Aussichten auf ein positives MPU-Gutachten. Die Durchfallquoten bei der MPU sind nicht so hoch, wie von einigen sogenannten Experten behauptet wird, aber: Ohne eine fundierte und professionelle MPU-Vorbereitung schafft es kaum jemand, ein positives MPU-Gutachten zu erhalten.
Sie haben das Recht, Ihre Führerscheinakte einzusehen. Wir empfehlen Ihnen dringend, diese Möglichkeit zu nutzen. Zum einen können Sie prüfen, ob Ihre Führerscheinakte auf dem aktuellen Stand ist und zum anderen können Sie nachvollziehen, was der Gutachter über Sie weiß und vermeiden damit unangenehme Überraschungen. Bedenken Sie, dass Sie nur so lange in Ihre Akte schauen können, wie diese bei der Führerscheinstelle liegt. Sobald Ihre Führerscheinakte zu der von Ihnen ausgewählten Begutachtungsstelle geschickt wurde, können Sie keine Einsicht mehr vornehmen.
Die Führerscheinakte während der MPU-Vorbereitung einzusehen, ist von immenser Bedeutung im MPU-Ablauf.
Das Gelernte und die herausgearbeiteten neuen Einstellungs- und Verhaltensweisen sollten nicht nur in der Theorie beherrscht werden, sondern sich auch im Alltag stabilisiert und bewährt haben. Der MPU-Gutachter möchte am Tag der MPU nachvollziehen können, dass es beim Betroffenen zu einer Einstellungs- und Verhaltensänderung im Alltag – ob bei Alkohol, Drogen, Punkten etc. – gekommen ist. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig mit einer MPU-Vorbereitung zu beginnen.
Den Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis stellen Sie bei der Fahrerlaubnisbehörde – Ihrer Führerscheinstelle. Den Antrag sollten Sie ca. 3-6 Monate (in NRW) vor Ihrer MPU stellen (in Berlin sogar 12).
Dem Antrag beizufügen sind ein aktuelles Führungszeugnis, ein Sehtest, eine Erste-Hilfe-Kurs-Bescheinigung und das Antragsformular. Es fällt außerdem eine Gebühr an, die zu begleichen ist. Der Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis ist ein wichtiger Baustein im gesamten MPU-Ablauf. Wird der Antrag zu spät gestellt, verzögert sich die MPU schnell um mehrere Wochen/Monate. Klären Sie mit Ihrer Führerscheinstelle vorher ab, wie lange die Bearbeitung des Antrags auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis dauert.
Sie erklären gegenüber Ihrer zuständigen Führerscheinstelle Ihr Einverständnis für eine MPU-Begutachtung und benennen eine von Ihnen ausgewählte MPU-Stelle (bspw. TÜV Süd, TÜV Nord, DEKRA). Sie können frei entscheiden, bei welcher anerkannten Begutachtungsstelle Sie die MPU absolvieren möchten. Wie läuft eine MPU nach der Auswahl der MPU-Begutachtungsstelle weiter ab?
Ihre Führerscheinstelle sendet Ihre Führerscheinakte an die ausgesuchte MPU-Begutachtungsstelle.
Von der Begutachtungsstelle bekommen Sie jetzt ein Schreiben mit der Bestätigung, dass Ihre Akte dort eingegangen ist, mit der Bitte, die Gutachtergebühr für die MPU im Voraus zu überweisen. Bei manchen Begutachtungsstellen können Sie diese auch am Untersuchungstag zahlen.
Nach Eingang der MPU-Begutachtungsgebühr bekommen Sie – meist sehr kurzfristig – einen MPU-Termin zur Begutachtung. Manchmal ist die Vorlaufzeit für einen MPU-Termin recht lang und Sie müssen mehrere Wochen auf Ihren MPU-Termin warten.
Für Ihren MPU-Termin bzw. für Ihre MPU sollten Sie etwa 3-4 Stunden (inklusive Wartezeiten) einplanen. Die MPU besteht aus drei Teilen:
1. Medizinische Untersuchung: Im medizinischen Teil der MPU wird Ihr Gesundheitszustand ärztlich untersucht, wie z. B. Reflexe, Herzfunktion sowie der Bewegungsapparat. Der Arzt wird nach Vorerkrankungen, Medikamenten, Zigaretten- und Alkoholkonsum fragen und je nach Fragestellung eventuell eine Blut- oder Urinprobe entnehmen. Ihre Angaben beim Arzt sollten nicht von denen beim Psychologen abweichen.
2. Reaktionstests und Leistungstests: Ihre Belastbarkeit, Ihr Reaktions- und Konzentrationsvermögen werden mithilfe eines Computer-Tests überprüft. Dieser Teil der MPU stellt für die meisten Betroffenen überhaupt kein Problem dar.
Selbst wenn die Ergebnisse der Reaktions- und Leistungstests nicht ausreichend sind, bleibt noch die Möglichkeit einer Fahrverhaltensbeobachtung, in der Sie zeigen können, dass Sie die Voraussetzungen zum sicheren Führen eines Fahrzeuges besitzen.
3. Psychologisches Untersuchungsgespräch: Das psychologische Gespräch ist in der Regel die größte Herausforderung. Das Gespräch beim Psychologen ist sehr ausführlich und geht oft sehr in die Tiefe, worauf viele Betroffene nicht ausreichend vorbereitet sind. In diesem Teil der MPU werden Sie detailliert zu den Hintergründen und Ursachen der aktenkundigen Delikte befragt. Der Gutachter möchte von Ihnen plausibel dargelegt bekommen, was Sie bisher verändert haben, um zukünftige Trunkenheitsfahrten bzw. Verkehrsverstöße sicher vermeiden zu können. Am Ende des Gesprächs haben Sie die Möglichkeit, den Gutachter nach einer Einschätzung zu fragen.
Sie bekommen von der Begutachtungsstelle Ihr MPU-Gutachten zugesandt. Dies kann in der Regel 2-3 Wochen dauern. Lassen Sie sich das Gutachten in zweifacher Ausführung nach Hause schicken. Ein Exemplar ist für Sie, das zweite ist bei der Führerscheinstelle einzureichen. Der zweitbeste Teil im MPU-Ablauf ist der Erhalt eines positiven MPU-Gutachtens.
Achten Sie bei der Abgabe darauf, dass Sie innerhalb der MPU-Frist zur Beibringung des Gutachtens bleiben. Sollte sich abzeichnen, dass Sie diese Frist nicht einhalten können, sollten Sie rechtzeitig bei der Führerscheinstelle einen begründeten Antrag auf MPU-Fristverlängerung stellen. Der schönste Teil im MPU-Ablauf ist der Erhalt seines Führerscheins.
Häufig gestellte Fragen zum MPU-Ablauf
Sobald die Führerscheinstelle die Akte mit der Fragestellung an die Begutachtungsstelle geschickt hat, erhalten Sie einen Überweisungsträger zur Begleichung der Begutachtungskosten; sobald diese bezahlt sind, wird ein Termin für die Begutachtung vereinbart.
Die MPU dauert etwa drei bis vier Stunden und ist in drei Teile gegliedert:
1. Der medizinische Teil
2. Der psychophysiologische Leistungstest
3. Das psychologische Untersuchungsgespräch
Die Abfolge der einzelnen Untersuchungen ist im MPU-Ablauf nicht festgelegt.
Eine Vorbereitung ohne Abstinenz dauert etwa 4 bis 6 Wochen. Wobei wir einen Veränderungsprozess begleiten und im besten Fall deutlich früher mit der MPU-Vorbereitung begonnen wird. Bei einer Abstinenz während einer MPU aufgrund von Drogen- oder Alkoholkonsum beträgt die Dauer üblicherweise 6 bis 15 Monate.